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Werra Meißner
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Grünlandumbruch unterliegt generell einer naturschutzrechtlichen Prüfpflicht

Besonders in der jüngsten Vergangenheit ist allenthalben in der Feldflur - z.B. auf dem Ringgau - zu beobachten, dass Grünlandflächen umgebrochen werden, um eine Ackernutzung aufzunehmen.

Die Kreisverwaltung, Fachbereich Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz, weist darauf hin, dass in unserem naturschutzfachlich hochwertigen und reich strukturierten Landkreis die Möglichkeit des Grünlandumbruchs naturschutzrechtlich zu prüfen ist.

So können Grundstücke in naturschutz- oder auch wasserrechtlichen Schutzgebieten liegen (z.B. Natura 2000 Gebiete, Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete u. a.). In den Schutzverordnungen sind in der Regel Verbote oder auch Genehmigungsvorbehalte formuliert. In jedem Fall ist eine behördliche Prüfung erforderlich.

Aber auch außerhalb von Schutzgebieten gibt es spezialrechtliche Vorschriften, insbesondere aus dem Bundesnaturschutzgesetz, die im Vorfeld eines Grünlandumbruches zu beachten und durch die Untere Naturschutzbehörde zu prüfen und ggf. zu genehmigen sind. Neben der sogenannten Eingriffsregelung sind Belange des Biotop- und Artenschutzes zu berücksichtigen. Sofern Landwirte einen Grünlandumbruch beabsichtigen, besteht die Verpflichtung, sich mit der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen.

Die genannten Vorschriften, die in vollem Umfang bereits rechtlich gültig sind, dienen dazu, die Biodiversität, d. h. eine möglichst große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und den seit Jahren gerade in der Landwirtschaft zu beobachtenden Artenschwund zu stoppen. Durch Grünlandumbruch erfolgt darüber hinaus ein verstärkter Abbau des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs mit entsprechender Freisetzung als Kohlendioxid. Somit ist der Erhalt des Grünlandes auch aus Gründen des Klimaschutzes von elementarer Bedeutung.

Zum 1. Januar 2015 treten zusätzliche rechtliche Regelungen zum Grünlanderhalt aus dem Direktzahlungen-Durchführungsgesetz in Kraft. War der Grünlanderhalt bisher im Cross Compliance geregelt, so wird er künftig in das sogenannte Greening integriert. Damit wird eine Genehmigungspflicht für Grünlandumbruch auch aus dem Bereich Förderrecht notwendig, die das Fachrecht Naturschutz ergänzt.

Auskunft erteilen Herr Müller-Lang (Fachbereichsleiter, Tel. 05651 302-4801), Herr Noll (05651 302-4851) und Herr Haselhuhn (05651 302-4830).

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