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Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Dr. Lars Kleeberg und Oliver Brunkow (beide WFG), Martin Lückert und Dr. Rainer Wallmann (beide WMK) (v.l.n.r.) auf der Ausstellung zum 1. Elektro-Mobilitätstag Werra-Meißner.

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden in den kommenden Jahren das Bild auf unseren Straßen immer mehr prägen, da waren sich die Experten auf dem 1. Elektro-Mobilitäts-Tag Werra-Meißner einig.

Der Werra-Meißner-Kreis hat zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis mbH diesen Tag sowohl für Gewerbetreibende wie auch private Anwender organisiert. Gleich zu Beginn stellte Dr. Rainer Wallmann, Umweltdezernent des Werra-Meißner-Kreises, in seiner Eröffnung und Begrüßung die Bedeutung der E-Mobilität für den Klimaschutz heraus. „Neben der Wärmewende und dem weiteren Ausbau der Erneuerbaren Stromerzeugung ist der Verkehrssektor die dritte Säule im Klimaschutz, die angegangen werden muss, um den CO2-Ausstoß weiter zu senken“, so Wallmann.

Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsföderungsgesellschaft verwies in seinem Grußwort auf die geografisch und durch die neuen Autobahnen A44 und A38 verkehrsgünstige Lage des Werra-Meißner-Kreises für die Logistigbranche in Deutschland. „Hier gibt es viele Ansatz- und Anknüpfungspunkte für die Elektromobilität, insbesondere auch in Verbindung mit der immer weiter zunehmenden Digitalisierung und dem Ausbau des flächendeckenden schnellen Internets“, so Kleeberg.

Anschließend wurden in kurzen und prägnanten Vorträgen zunächst viele Fragen rund um die E-Mobilität von den Fach-Referenten aufgegriffen und sehr anschaulich beantwortet. Das E-Mobilität bereits auf eine weit über 100-jährige Entwicklung zurückblickt, wussten nicht alle. Allerdings sind die größten Entwicklungsschritte erst seit den 90er Jahren zu verzeichnen, als das Thema der umweltfreundlichen Energiegewinnung immer stärker in den Fokus gerückt wurde. Auch wenn insbesondere in den letzten Jahren enorme Fortschritte im Bereich der Akku-Technik erzielt wurden, steht bei vielen Interessenten das Thema Reichweite und Aufladung der Speicher nach wie vor an erster Stelle der kritischen Betrachtung. Genau hier haben die Referenten angesetzt und Lösungen aufgezeigt. Nach einem kurzen Einstieg in die Historie der Elektromobilität  berichtete Michael Schramek als Vetreter der Landesenergieagentur über die Entwicklung der letzen zwanzig Jahre und gab einen Einblick in die Zukunf der E-Mobilität. Arne Friedrich von der Deutsche Post – die aktuell in Deutschland und vermutlich sogar weltweit die größte E-Mobil Flotte betreib – gab Einblicke in die Praxis und berichtete über ihre sehr umfangreichen Erfahrungen aus über 20 Millionen gefahrenen Kilometern mit dem Kleinlaster der Fa. StreetScooter. Dabei wurden neben der Konzeption, Entwicklung und Ausstattung des Transporters insbesondere über die Nutzung im Alltag berichtet. Aus dem Projekt „Elektromobilität in gewerblicher Nutzung und Praxistest intelligentes Laden“ in Wolfhagen berichtete Projektleiter Thomas Neuroth. Das allgemeine Ziel beim intelligenten Laden von Elektrofahrzeugen ist es, den Strom dann zu nutzen, wenn er in großer Menge lokal und erneuerbar erzeugt im Netz zur Verfügung steht. Im Praxistest in Wolfhagen wird erprobt, wie dies in Abstimmung mit den realen Standzeiten der Fahrzeuge funktioniert. Auf diese Weise können die Fahrzeuge nicht nur günstig geladen werden, sondern sorgen auch für eine optimale Nutzung des Stromangebotes und eine Entlastung des Stromnetzes zu Zeiten hoher Erträgen aus Erneuerbaren Energien. Erste Ergebnisse aus dem Projekt „Elektromobilitätskonzept Nordhessen“ stellte Projektleiter Dr. Georg Teichmann vor. Er berichtete unter anderem über die vorhande Ladeinfrastruktur und erläuterte wo und welche Ladepunkte für den Ausbau der Elektromobilität notwendig sind. Desweiteren stellte er die vorläufigen Ergebnisse der noch bis zum 8. Juni laufenden Bürgerbefragung „Elektromobilität in der Region Nordhessen“ – Teilnahme unter www.klimaschutznetz-wmk.de – vor. Frank Eberhard als Vertreter der Fa. Plug´n Charge gab Auskunft über die verschiedenen Arten der Ladesäulen und Möglichkeiten der Abrechnung, bevor Michael Schramek mit einem abschließenden Kurzvortrag über einige Fördermöglichkeiten die Vortragsreihe abschloss. In einer offenen Fragerunde wurden anschließend Themen wie die Nutzungsdauer von Akkus, deren Weiterverwendung nach dem Einsatz im Auto und Recycling oder auch die Förderung von Lastenrädern bessprochen.

Die Fachvorträge wurden von einer Ausstellung auf dem Festplatzgelände „Werdchen“ begleitet. An der Ausrichtung des 1. Elektro-Mobilitätstag Werra-Meißner nahmen 18 Aussteller teil. Mit dabei waren neben den Autohäusern Stöber&Schmidt, Brückentor, Schäfer und Rabe, die Fahrradhäuser Ebert, Mangold und BikeAkademy, die regionalen Energieversorger der Stadtwerke Eschwege, Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen sowie die EAM, die Landmaschinenhändler Reinhardt und Brassel&Theune, die Fa. Streetscooter und die Fa. Plug´n Charge. Gezeigt wurde von E-Bikes und Segways über E-Autos verschiedener Hersteller bis hin zu Nutzfahrzeugen eine breite Palette von Elektrofahrzeugen, über die sich die Besucher ausführlich informieren und Probefahrten machen konnten. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Hersteller von Ladetechnik, Energieversorgern und der Landesenergie Agentur, die gerne und ausführlich über ihre Produkte und Dienstleistungen auskunft gaben.

Die Organisatoren Martin Lückert vom Werra-Meißner-Kreis und Oliver Brunkow von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ziehen nach der erstmaligen Ausrichtung dieser Veranstaltung ein zweigeteiltes Fazit. „Mit dem Format, die Mischung aus Vorträgen und der begleitendend Ausstellung sowie den Vortragsthemen und die Auswahl der Aussteller liegen wir richtig. Dieses Feedback haben wir in vielen Gesprächen bekommen. Nicht zufrieden sind wir mit der Besucherzahl, die blieb leider weit hinter unseren Erwartungen zurück“, sagt Lückert. „Die Gründe hierfür liegen einerseits in den vielen Parallelveranstaltungen in und um Eschwege. Andererseits müssen wir uns selbstkritisch aber auch fragen, ob wir unsere Veranstaltung ausreichend gut beworben haben“, ergänzt Brunkow. Nach ersten Gespräche mit einigen Ausstellern sind sich aber alle einig, die Veranstaltung soll wiederholt werden.

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