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Werra Meißner
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SuedLink-Erörterungstermin: Kreis fordert Neubewertung

Zwei Tage waren ursprünglich angesetzt, drei Tage wurden es dann letztlich: vergangenen Donnerstag endete der von der Bundesnetzagentur durchgeführte Erörterungstermin zum Vorhaben SuedLink in Rotenburg/Fulda. Dabei hatten Einwender gegen das Projekt die Möglichkeit, den Vertretern der über den Trassenverlauf entscheidenden Bundesnetzagentur ihre Bedenken zu erläutern. Über 150 Privatpersonen sowie Vertreter von Kommunen, Verbänden, Betrieben und Institutionen waren gekommen, um diese Gelegenheit - trotz längerer Anreise aus dem Werra-Meißner-Kreis - zu nutzen.

„Ich bedanke mich bei allen Erschienenen aus dem Werra-Meißner-Kreis für die engagierte Teilnahme“, freut sich Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann über die wirkungsvolle und fachlich sehr gute Darstellung der regionalen Belange und betont die ausgesprochen konstruktive Atmosphäre der Erörterung.

In der Sache dagegen wurden zwischen den Einwendern und den Vorhabensträgern Tennet sowie TransNet BW deutliche Differenzen in Sachfragen sichtbar.

Sehr vielfältig und fachlich durchaus auch sehr fundiert war die Kritik an der Herleitung der durch den Werra-Meißner-Kreis verlaufenden so genannten „Vorzugstrasse“, die von der Kreisverwaltung, Kommunalvertretern, Privatpersonen sowie Betrieben vorgebracht und durch Vertreterinnen und Vertreter des Regierungspräsidiums Kassel sowie des Hessischen Wirtschaftsministeriums klar bestätigt wurde. Konkret wurden dabei insbesondere eine durch die Suedlink-Planung in Frage gestellte neue Wassergewinnungsanlage in Neu-Eichenberg, viele naturschutzfachliche und hydrogeologische Konfliktpunkte im Werratal sowie die zahlreichen aufgrund der Topographie notwendigen und sehr kostenträchtigen Unterbohrungen angeführt. Ebenso wurden mit Unterstützung der beauftragten Fachgutachter Ungleichbehandlungen bei der Bewertung der zur Auswahl stehenden Korridore zu Ungunsten des Werra-Meißner-Kreises identifiziert.

Besonders breiten Raum nahm die Situation im Trassenkorridor östlich von Bad Sooden-Allendorf ein. Bei der Erörterung stellte sich heraus, dass die dort vorhandenen rechtlich festgesetzten und den Korridor verstellenden Gartengebiete von den Vorhabenträgern bislang nur unzureichend berücksichtigt wurden. Offen blieb auch die Frage, ob die notwendige 1.000 Meter lange Unterbohrung im Wasserschutzgebiet, wie auch weitere Unterbohrungen in FFH-Gebieten, überhaupt genehmigungsfähig sind.

„Die Rechtssicherheit eines denkbaren Planfeststellungsbeschlusses ist deutlich in Frage gestellt“, meinen Landrat Reuß und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wallmann, „wir werden daher alle möglichen rechtlichen Schritte prüfen und ggf. auch umsetzen, falls die Trasse tatsächlich durch den Werra-Meißner-Kreis verlaufen sollte“.

Den Erörterungstermin bilanzierend sehen Landrat Reuß und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wallmann ihre Position bestätigt: „Wir fordern eine vollständige Neubewertung des durchgeführten Korridorvergleichs unter Berücksichtigung aller von uns vorgetragenen Aspekte, insbesondere im Hinblick auf die naturschutzfachliche, topographische, geologische bzw. hydrogeologische Realisierbarkeit des Trassenkorridors. Diese Neubewertung muss faktenbasiert, nachvollziehbar und transparent sein“.

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