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Staatssekretärin Janz übergibt Bescheid für WIR-Vielfaltszentrum

Staatssekretärin Anne Janz bei der Übergabe des Bewilligungs-Bescheids an Landrat Stefan Reuß.

Am Freitagnachmittag übergab Staatssekretärin Anne Janz für das Land Hessen einen Bewilligungs-Bescheid für das WIR-Vielfaltszentrum für den Zeitraum 2021 bis 2025.

„Der Werra-Meißner-Kreis freut sich sehr auf die Fortführung der erfolgreichen Integrationsarbeit hier vor Ort und die Weiterentwicklung der WIR-Stellen zum WIR-Vielfaltszentrum. Wir danken dem Land Hessen für die gute Zusammenarbeit und nachhaltige Bereitstellung von Ressourcen für die Entwicklung von Konzepten und Projekten in diesem wichtigen gesellschaftlichen Themenfeld“, so Landrat Stefan Reuß.

Nachdem im Jahr 2015 die WIR-Koordinationsstelle in der Kreisverwaltung eingerichtet worden war, ist viel passiert. Der „Masterplan“ Integration, ein Integrationskonzept, wurde im „partizipativen Prozess“ in themenorientierten Arbeitsgruppen mit vielen Beteiligten praxisnah entwickelt. „Wenn auch Rahmenbedingungen sich geändert haben, hat uns dies definitiv geholfen, uns im Netzwerk mit Haupt- und Ehrenamtlichen gut zusammen zu finden und in einem engen vertrauensvollen Austausch mit allen Beteiligten immer wieder abzustimmen und neu auszurichten“, sagt WIR-Koordinatorin Julia Kapinus.
Im Jahr 2018 wurde das WIR-Projekt dann erweitert um das „WIR-Fallmanagement“, das Möglichkeiten eröffnete, insbesondere geflüchteten Menschen konkrete Hilfestellungen an die Hand zu geben. „Die betroffene Menschen, Netzwerkpartner und Ehrenamtliche waren und sind sehr froh, einen direkten Draht in die Verwaltung zu haben“, stellt Stefanie Vöckler immer fest, die die Stelle seit 2019 mit Leben füllt.

Rund eine halbe Million Euro stellt das Land Hessen für Personalkosten nun dem Werra-Meißner-Kreis bereit, um die wertvolle Arbeit, deren Schlagworte „vielfaltsorientierte Öffnung“ und „Willkommens- und Anerkennungskultur“ sind, mit konkreten Konzepten und Projekten weiter umzusetzen.

„Die Weiterentwicklung zu den WIR-Vielfaltszentren gibt den Kommunen die Möglichkeit, die wichtige Arbeit fortzusetzen, aber auch, sie in Teilen neu auszurichten und auszubauen“ erläutert Wiebe Schindel, für das WIR-Programm zuständige Referatsleiterin vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Das Vielfaltszentrum wird ab dem nächsten Jahr um eine Verwaltungsstelle erweitert werden können und ein kleines Budget zur Beantragung von Projekten zur Verfügung stehen, zudem heißen beide Stellen nun „WIR-Koordinierungskräfte“.

„Ihre Region mit ihrer besonderen Lage im Dreiländereck und als ehemalige Grenzregion blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. „Wir freuen uns daher besonders“, so Staatssekretärin Anne Janz, das wir dazu beitragen können, die Möglichkeiten zur Beschäftigung mit aktuellen migrationspolitischen Themen und vielfaltsorientierten Diskursen konkret auf Ihre Bedürfnisse vor Ort anpassen zu können.
 
Das WIR-Vielfaltszentrum, das es in allen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten entweder bereits gibt oder ab nächstem Jahr geben wird, ist ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Land Hessen, den Kreisen und Kommunen. Seien es Informationen über Fördergelder, regionale und überregionale Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation der Interkulturellen Woche, des Tags gegen Rassismus, des Diversity-Tags, die Fortschreibung des Integrationskonzepts, vielfaltsorientierte Öffnung in- und außerhalb der Verwaltung, Sozialraumorientierung, Informationsmanagement, Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen mit Institutionen, Vereinen, Initiativen und vielen mehr auch zu schwierigen Themen - die Liste der Aufgaben ist lang und erweiterbar.

Für die öffentliche Verwaltung als Repräsentantin des Staates gibt es viele Gründe, sich dem Thema intensiv zu widmen – Fachkräftemangel, demographische Faktoren, Demokratieförderung – um nur ein paar Schlagworte zu nennen. Die Beschäftigung mit einfacher Sprache beispielsweise kommt offensichtlich allen Menschen zu gute. Menschen mit Migrationsgeschichte sollen sich gleichberechtigt in der Verwaltung wiederfinden, nicht nur als Kundinnen und Kunden, sondern als Kolleginnen und Kollegen auf allen Hierarchie-Ebenen - in einem ähnlichen Verhältnis wie sie in der Gesellschaft repräsentiert sind. Migration und Vielfalt ist eine gesellschaftliche Realität, die es anzuerkennen gilt und die gemeinschaftlich gestaltet werden muss – da sind sich alle Beteiligten einig.
Wann hat ein Mensch eine Migrationsgeschichte? Und wie lange wird diese Definition gerecht, mit Blick auf Kinder, Enkel, Urenkel? Ein Blick in die eigene familiäre Vergangenheit zeigt den allermeisten Menschen, das dies eine Frage ist, die schwierig bis unmöglich zu beantworten ist – und uns alle letztlich betrifft. Deshalb heißt das WIR-Programm auch „WIR-Programm“, es will die Aufhebung der Kategorien „WIR“ und „DIE“, dadurch bedingte Ausgrenzungen und Ungleichheiten vermindern helfen. Und trotzdem erkennt es in besonderem Maße individuelle Vielfalt an. Wir alle sind ebenso vielfältig wie einzigartig.

Alle, die sich informieren und beteiligen möchten, können sich melden beim Vielfaltszentrum des Werra-Meißner-Kreises bei den WIR-Koordinatorinnen Julia Kapinus, 05651/302-30308, julia.kapinus@werra-meissner-kreis.de und Stefanie Vöckler, 05651/302-30305, stefanie.voeckler@werra-meissner-kreis.de. Weitere vielfältige Informationen sind zu finden unter https://www.integrationsnetz-wmk.de

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