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Werra Meißner
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Landrat Stefan Reuß: Jubiläum 30 Jahre Grenzöffnung ist Erinnerung an große Freude und Aufforderung die Einheit weiter zu verwirklichen

Am 9. November jährt sich der Tag der Grenzöffnung zur DDR zum 30. Mal. Landrat Stefan Reuß erinnert daran und formuliert zugleich die Erwartung, dass Defizite bei der Vollendung der Deutschen Einheit so bald als möglich überwunden werden:

„Als in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 in Herleshausen der erste Grenzübergang zwischen Hessen und Thüringen für DDR-Bürger ohne Beschränkungen geöffnet wurde, wiederholte sich das Wunder der Grenzöffnung, das wenige Stunden zuvor in Berlin begonnen hatte, auch im Werra-Meißner-Kreis.

Die Menschen in der DDR hatten durch ihren friedlichen Protest das DDR-System ins Wanken gebracht und die widernatürliche Teilung Deutschlands beendet. Für die Menschen in Thüringen ging damit ein Traum in Erfüllung und auch im Werra-Meißner-Kreis war die Freude groß, als nach und nach in den folgenden Tagen Grenzübergänge bei Wanfried, Witzenhausen, Großburschla, Frieda, Heldra, Bad Sooden-Allendorf und Rittmannshausen geöffnet wurden.

Der Eiserne Vorhang fiel in Stunden und Tagen und alle waren der Hoffnung, dass dieses für die Deutschen nun die Möglichkeit eröffnen würde die Konfrontation auf deutschem Boden zu überwinden und gemeinsam mit den Partnern in Europa ein friedliches neues Haus Europa zu errichten, wie es Michail Gorbatschow formuliert hatte. Bis heute wissen gerade wir Deutschen, wie sehr es die Person von Michail Gorbatschow war, der wir die Chance auf die Deutsche Einheit verdanken.

Aber auch die anderen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs England, Frankreich und die USA sowie die anderen Nachbarländer in Ost- und Westeuropa erwiesen sich in dieser Zeit als verlässliche Partner und Freunde, die halfen, die Probleme zu überwinden, die es noch auszuräumen galt, bis nur gut 11 Monate nach der Grenzöffnung die Deutsche Einheit erreicht war.

Nachdem die Bundesrepublik bereits in den 50er und 60er Jahren die Aussöhnung mit Frankreich erreichen konnte, wurde nun auch die neue Ostpolitik von Willy Brandt mit der Aussöhnung mit Polen und dem Erreichen der Deutschen Einheit vollendet.

Gleichwohl war der 9. November - der in der Deutschen Geschichte so widersetzliche historische Tage wie die Ausrufung der Weimarer Republik 1919, aber auch die Reichspogromnacht 1938 verbindet - nicht Endpunkt der Bemühungen um die Deutsche Einheit, sondern nur eine ganz entscheidende Wegmarke. Denn die wirkliche Vollendung dieser Einheit, das müssen wir im 30. Jubiläumsjahr auch erkennen, ist noch längst nicht erreicht und viele Veränderungen, gerade für die Ostdeutschen, sind bis heute nicht ohne negative Folgen geblieben.

So bleibt die Angleichung der Lebensverhältnisse eine stetige Aufgabe für die Politik. Auch wenn heute nicht mehr alle ostdeutschen Regionen wirtschaftlich schwächer als der Westen sind und im Westen heute auch Regionen zu finden sind, die der gesamtstaatlichen Förderung bedürfen, so können wir doch gerade im ehemaligen Zonenrandgebiet nachvollziehen, welche großen Veränderungen und auch Herausforderungen die Menschen in Ostdeutschland zu bewältigen hatten.

Doch trotz den ohne Frage vorhandenen Defiziten, die es nach wie vor gibt, muss man auch ganz klar erkennen, dass die Deutsche Einheit insgesamt gelungen ist. Wir leben mit unseren Partnern in Europa in Frieden, haben uns gerade in den letzten 30 Jahren hervorragend wirtschaftlich entwickelt und haben auch zwischenmenschlich in vielfältiger Weise wieder zusammengefunden.

Deshalb haben wir allen Grund, am 9. November mit Freude an die historischen Tage des Jahres 1989 zurückzudenken und sollten daraus auch die Kraft und den Ansporn ziehen, um die noch bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Schranken auf dem Weg hin zur vollständigen Erreichung der Deutschen Einheit zu überwinden.“

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