"stattverfall Vol.2"

Mit dem Projekt „stattverfall“ wurde ein leerstehenden bzw. ungenutzten Ort in Eschwege für die Stadtgesellschaft sichtbar gemacht und für einen begrenzten Zeitraum kulturell aktiviert. Herzstück war eine Fassadenprojektion, die das Thema Leerstand mit Fragen nach Mitwirkung, Zusammenhalt und demokratischer Kultur verknüpft hat.

Die Projektion hat zwei Dinge gleichzeitig geleistet:

  1. Aufmerksamkeit für einen Ort erzeugt, der im Alltag oft übersehen wird (Leerstand wird „zur Leinwand“).
     
  2. Inhalte transportiert, die Demokratie nicht abstrakt behandeln, sondern als etwas zeigen, das im Alltag stattfindet: zuhören, mitreden, gemeinsam gestalten, respektvoll streiten, Verantwortung übernehmen.

Neben der Projektion wurde das Projekt mit einem ehrenamtlichen Team (ca. 30 Personen) umgesetzt und dabei verschiedene kulturelle und soziale Zugänge gewählt: Begegnung vor Ort, kurze künstlerische Beiträge und niedrigschwellige Beteiligungsformate. Insgesamt konnten dadurch neue Zielgruppen erreichen werden – auch Menschen, die klassische Kulturangebote seltener nutzen.

„Mit Stattverfall zeigen junge Menschen in Eschwege, wie Engagement und Kreativität unsere Region lebendig halten“, sagte Landrätin Nicole Rathgeber. „Das Projekt schafft Raum für Begegnung, Kultur und demokratischen Austausch – mitten in der Innenstadt. Ich freue mich, dass wir dieses außergewöhnliche Projekt über Aller.Land – Wir machen Kultur unterstützen können.“

"Meine Schatzkiste - unsere Schatztruhe"

38 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren aus der Brüder-Grimm-Schule und der Anne-Frank-Schule in Eschwege haben vom 3. November bis zum 14. Dezember 2025 aktiv an dem biografischen Projekt „Meine Schatzkiste, unsere Schatztruhe“ teilgenommen. Sie setzten sich ressourcenorientiert, vielschichtig und anhand sanfter kreativer Methoden mit einer persönlichen Erinnerung auseinander: Was habe ich gern gelernt, das mir Spaß gemacht hat?

Die Schüler*innen erinnerten sich an eine besondere Erfahrung und erzählten in der Gruppe darüber, schrieben sie in Form einer Geschichte auf und lasen sie anschließend in der Gruppe vor.

Im nächsten Schritt gestaltete jede*r aus einer neutralen Holzkiste eine persönliche Schatzkiste, die individuelle Ressourcen, Fähigkeiten und Stärken symbolisiert. Außerdem brachten die Schüler*innen ein persönliches Erinnerungsobjekt zu ihrer Geschichte mit bzw. gestalteten es mit Modelliermasse. Am Ende wurden alle Teilnehmenden mit und ohne Schatzkiste porträtiert.

Die Schatzkisten wurden in einer großen alten Truhe platziert. Die Truhe symbolisiert zusammen mit den Schatzkisten die kollektiven Ressourcen, Fähigkeiten und Lebenserfahrungen der Schüler*innen und stärkt die Zugehörigkeit zur Gesellschaft und das gemeinschaftliche WIR-Gefühl. Dieses WIR-Gefühl fand seinen Ausdruck in einem gemeinsamen Foto der Kinder mit ihren Schatzkisten und der Schatztruhe. 

Demokratiedeckel

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Extreme größer werden und die Fronten verhärtet sind, möchten wir mit einer ungewöhnlichen Idee Brücken bilden. Die Idee stammt von 10 jungen Menschen, die den Demokratiedeckel entworfen haben. Das sind sieben bunte Bierdeckel, auf denen Fragen stehen. Fragen, die Diskussionen anregen sollen. Fragen, die Austausch ermöglichen. Fragen, die die Fronten vielleicht ein bisschen aufweichen. 

Und das mit Bierdeckeln. Denn Bierdeckel sind überall dort, wo sowieso viele Leute zusammenkommen – in Kneipen, Cafés, Restaurants und überall, wo es was zu trinken gibt.

Wir werden für den Werra-Meißner-Kreis eine eigene Edition erstellen und diese dann bei allen sich bietenden Gelegenheiten verteilen.

 

 


Das Projekt “WMK - Wir Machen Kultur” ist Teil des Programms “Aller.Land - zusammen gestalten. Strukturen stärken”

 

Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken.
„Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken.“ ist ein Programm für Kultur, Beteiligung und Demokratie. Es richtet sich an ländliche, insbesondere strukturschwache ländliche Regionen in ganz Deutschland. Gefördert wird „Aller.Land“ durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Programmpartner ist das Bundesministerium des Innern (BMI). Der Bund stellt für das Programm von 2023 bis 2030 insgesamt 69,4 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) sowie aus Mitteln der bpb zur Verfügung.