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Die Selbsthilfekontaktstelle informiert – Lebererkrankungen: Ein stiller Kampf, der häufig unterschätzt wird

Bildunterschrift: Frau Christel Fischer-Koch, Gruppenleiterin der Selbsthilfegruppe für Lebererkrankungen, Wartepatienten und Lebertransplantierte

Lebererkrankungen betreffen Millionen Menschen weltweit, doch oft sind die Symptome erst in fortgeschrittenen Stadien spürbar. 

Die Leber ist eines der wichtigsten Organe des menschlichen Körpers. Sie erfüllt eine Vielzahl an lebenswichtigen Funktionen, darunter fallen unter anderem die Entgiftung des Blutes und die Produktion von Gallenflüssigkeit. Doch wie jedes Organ kann auch die Leber erkranken, was zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann.

Lebererkrankungen können verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:
Alkoholmissbrauch, Fettleber, Viren, Autoimmunerkrankungen, Medikamente und genetische Erkrankungen. Doch wie bemerkt man eine Lebererkrankung? Die Leber verursacht keine Schmerzen, weshalb die Diagnose schwierig ist. Die Schmerzen der Leber sind Erschöpfung und Müdigkeit, welche zunächst häufig nicht ernst genommen werden. Außerdem können Bauchbeschwerden oder Juckreiz zu den Ursachen gehören. Akute und chronische Lebererkrankungen sind häufig sogenannte Zufallsbefunde.

Diese Erfahrung machte auch die jetzige Gruppenleiterin der Selbsthilfegruppe Lebererkrankungen, Christel Fischer-Koch. Vor über 40 Jahren wurde bei Frau Fischer-Koch die Autoimmunerkrankung PSC diagnostiziert. Als Folge dieser Erkrankung entwickelte sich Anfang 2012 eine Leberzirrhose, so dass eine Lebertransplantation unumgänglich wurde.

„Ich habe monatelang keine Symptome bemerkt, die auf eine Lebererkrankung hindeuteten“, erzählt Frau Fischer-Koch. Experten betonen, wie wichtig Prävention und regelmäßige Gesundheits-Check-ups sind, um ernste Schäden frühzeitig zu erkennen.

Und hier kommen nun die Selbsthilfegruppen ins Spiel, die von Frau Fischer-Koch geleitet werden: diese bieten nicht nur einen Raum für den Austausch von Erfahrungen und Informationen, sondern sie sind auch ein Ort der Solidarität. Hier erfahren Betroffene, dass sie nicht alleine sind und dass ihre Sorgen und Ängste ernst genommen werden. Oft bieten die Gruppen auch Treffen mit Fachleuten an, die medizinische Informationen und Ratschläge geben. Ein zentrales Element der Selbsthilfegruppen ist der persönliche Austausch. 

Es geht nicht nur um medizinische Fragen, sondern auch um die emotionale Bewältigung der Krankheit. „In der Gruppe habe ich gelernt, mit der Angst umzugehen, die die Krankheit mit sich bringt“, erläutert Frau Fischer-Koch. „Der Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, hat mir geholfen, eine positive Einstellung zu entwickeln. Es gibt immer jemanden, der versteht, was man fühlt.“

Selbsthilfegruppen leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Lebensqualität der Betroffenen und sind eine unverzichtbare Unterstützung im Umgang mit chronischen Krankheiten wie Lebererkrankungen. Sie bieten nicht nur einen Ort des Austauschs, sondern auch eine Quelle der Hoffnung, die zeigt, dass man auch mit einer chronischen Krankheit aktiv am Leben teilnehmen kann. „Aber auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz, denn es ist ganz wichtig, sich auch weiterhin an schönen Dingen zu erfreuen“, sagt Frau Fischer-Koch.

Die „Selbsthilfegruppe für Lebererkrankungen, Wartepatienten und Lebertransplantierte“ trifft sich jeden 2. Freitag im Monat in Bad Hersfeld. Zur Gruppe gehören neben Frau Fischer-Koch noch drei weitere Betroffene aus Eschwege. Sollten weitere Patienten aus unserer Region Interesse an unseren Treffen haben, besteht jederzeit die Möglichkeit, eine weitere Gruppe in Eschwege zu grünen.

Betroffene, die sich angesprochen fühlen, können sich gern bei den Mitarbeiterinnen der Selbsthilfekontaktstelle melden, um weitere Informationen zu bekommen.

Selbsthilfekontaktstelle Werra-Meißner
Anna Schmidt, Anja Fett, Britta Salewski, Ilka Römer-Gebhardt
Luisenstraße 23c
37269 Eschwege 
Tel: 05651/ 302 25380 
E-Mail: selbsthilfekontaktstelle@werra-meissner-kreis.de

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