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Gleichstellungspreis des Werra-Meißner-Kreises für das Jahr 2026 ausgelobt – Passende Projekte können mit bis zu 1.500 Euro gefördert werden

Bildunterschrift: Viele, gerade junge Menschen, verbringen viel Zeit vor ihren Handybildschirmen – und merken oft gar nicht, wie sie von Normen auf Social Media beeinflusst werden

Thema des diesjährigen Preises: Coole Checker und Beauty Queens?! Geschlechterrollen und Diversität in den Sozialen Medien

Das Gleichstellungsbüro des Werra-Meißner-Kreises schreibt für das Jahr 2026 erneut den Gleichstellungspreis zu einem aktuellen gesellschaftlichen Thema aus. Im Fokus stehen in diesem Jahr Geschlechterbilder in den sozialen Medien. Soziale Netzwerke prägen unseren Alltag – insbesondere für junge Menschen. Dabei werden jedoch häufig noch immer stereotype Rollenbilder vermittelt: Jungen und Männer erscheinen oft aktiv und durchsetzungsstark, während Mädchen und Frauen eher passiv dargestellt werden und Äußerlichkeiten im Vordergrund stehen.

Um diesem Trend etwas entgegenzusetzen, soll der Preis gerade junge Menschen ermutigen, sich kritisch mit Geschlechterrollen, Diversität und Sozialen Medien zu beschäftigen. Zu gewinnen sind bis zu 1.500 Euro, die zur Umsetzung von Ideen für Aktionen bzw. Kampagnen, ein Projekt oder eine Veranstaltung zur öffentlichen Aufklärung über Geschlechterrollen und Diversität eingesetzt werden können. Das bedeutet, das Projekt muss noch gar nicht umgesetzt sein – eine überzeugende Idee, die knapp skizziert wird, kann ausreichen, um finanzielle Unterstützung über das Preisgeld zu erhalten. Auch wie das Thema inhaltlich gefüllt und umgesetzt wird, ist grundsätzlich offen, so lange das Thema wiederzuerkennen ist – ob es um Körpernormen, Diversität, Social Media-Beiträge, die diesen Klischees entgegenlaufen oder sogenannte „TradWives“-Videos geht, wo cis Frauen traditionelle weibliche Rollenklischees vor allem als häusliche Ehefrau und/ oder aufopferungsvolle Mutter auf Social Media propagieren: Den Ideen sind wenige Grenzen gesetzt.

Wichtig ist, dass der Gleichstellungspreis auf die ein oder andere Weise in die Öffentlichkeit wirkt, um auch andere Menschen zur Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und Diversität in den Sozialen Medien anzuregen.

Ein beeindruckendes Beispiel für die Umsetzung des Preises im letzten Jahr zum Thema „Alltagssexismus“ setzte eine Abschlussklasse der Beruflichen Schulen in Eschwege. Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule aus dem Bereich Sozialwesen organisierten im Rahmen eines Projektseminars mit Unterstützung ihrer Lehrerinnen Heike Marten und Caroline Hoffmann mit viel Elan und Eigeninitiative verschiedene Stationen an der Schule, die andere Klassen besuchen durften – einen „Walk of shame“, ein kurzes Erklärvideo, eine Umfrage, ein Quiz, kreative Aktionen, einen offenen Austausch und einen Poetry Slam. Außerdem wiesen sie die Menschen in Eschwege durch Plakate mit provokanten, sexistischen Sprüchen auf das Thema Alltagssexismus hin. Auf einem Plakat war beispielsweise der Spruch zu lesen „Schöne Melonen!“ mit dem darunter befindlichen Hinweis: „Echt jetzt?! Wenn du Appetit auf Melonen hast, geh in den Supermarkt. Ungefragte Kommentare über den Körper anderer sind Catcalling. Informier dich jetzt!“ Über einen QR-Code auf den Plakaten gelangten Interessierte auf die selbst gestaltete Homepage. Durch das Preisgeld des Gleichstellungspreises konnte unter anderem der Druck der Plakate umgesetzt werden.

Das Gleichstellungsbüro freut sich über Projektideen zum diesjährigen Thema an: gleichstellungsbuero@werra-meissner-kreis.de . Die Abgabefrist ist der 31.05.2026.

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